Loden bei Wind und Wetter

Bei der Oberbekleidung wird dann im Handel die Luft für reine Naturfasern schon dünner. „Weder Leder noch Naturfasern bieten hier geeignete Alternativen“, ist Holub überzeugt. Wenn Naturfasern verwendet werden, werden sie wie beim schwedischen Outdoor-Spezialisten Fjällräven meist mit Kunstfasern kombiniert. Bei den G-1000-Jacken von Fjällräven wird Baumwolle mit Polyester gemischt und zusätzlich gewachst. Das Material ist zwar robust, wasser- und windabweisend, doch das Wachs muss nach drei bis vier Wäschen wieder neu aufgetragen werden.

Historisches Bild der Firma Lodenwalker
LodenwalkerSeit 500 Jahren werden in der Ramsau Loden hergestellt.
1434 gründete die Familie Steiner am Fuße des Dachsteins ihre Lodenwalke.

 

Darüber kann Jörg Steiner nur den Kopf schütteln. In seinem steirischen Unternehmen setzt er ganz auf ein uraltes, österreichisches Qualitätsprodukt: den Walkloden. Dabei wird Schafwolle zu einem festen Stoff gewebt und in einem weiteren Fertigungsschritt im nassen Zustand so lange geknetet („gewalkt“), bis er verfilzt und damit nicht nur hohe Festigkeit und ideale Wärmeeigenschaften erhält, sondern durch das natürliche Fett der Wolle auch wasserabweisend wird.

„Niemand will Cola-Flaschen am Körper tragen“

„Die ganzen Polyesterfasern sind nichts anderes als Cola-Flaschen. Und das ist etwas, was man nicht am Körper tragen will“, ist Steiner von seinem Naturprodukt überzeugt. Wolle bringe alle Eigenschaften mit, um für den Einsatz im Freien gut gerüstet zu sein. Hersteller von Kunstfasern würden schließlich seit Jahren nichts anderes machen, als Wolle so gut wie möglich zu kopieren. „Loden ist atmungsaktiv, selbstreinigend, schnelltrocknend und geruchsneutral, und das ganz ohne chemische Zusätze“, so Steiner. „Und Wolle wärmt auch, wenn sie nass ist.“

Das macht seine Fäustlinge, Socken, Ski- und Expeditionshosen vor allem für Menschen attraktiv, die viele Stunden im Schnee verbringen. „Ein Kunde von mir ist Snowboardlehrer, der hatte bisher immer mehrere Hosen für alle Temperaturen. Nun hat er eine aus Loden und ist damit vollauf zufrieden.“ Ein Aspekt sei auch, dass die Leute wieder verstärkt auf heimische Produkte zurückgreifen würden, erzählt Steiner gegenüber ORF.at. Erhältlich sind die Lodenprodukte übrigens ausschließlich in der Produktionsstätte in der Ramsau. Eine Skihose aus Loden kostet um die 235 Euro.

hier der link :

http://orf.at/stories/2160108/2160109/